Zum 14. Mal wurde 2010 die ARD/ZDF-Onlinestudie durchgeführt. Birgit van Eimeren und Beate Frees stellen in ihrem Beitrag fest, dass sich das Internet nach Jahren des rasanten Wachstums nunmehr in einer Phase der Konsolidierung befindet. Hierauf weisen vor allem deutlich geringere Steigerungsraten in der Onlinenutzung hin. In manchen Bevölkerungsgruppen ist inzwischen eine Sättigung erreicht, so bei den 14- bis 19-Jährigen, die zu 100 Prozent Onlinenutzerinnen und -nutzer sind.
Laut aktuellem (N)ONLINER Atlas der Initiative D21 ist die Internetnutzung in Deutschland im vergangenen Jahr um 2,9 Prozentpunkte auf 72 Prozent gestiegen. Binnen eines Jahres haben somit zwei Millionen Menschen die digitale Welt neu für sich entdeckt. Doch wird aus den Zahlen auch deutlich, dass man von einer digitalen Gesellschaft in Deutschland – trotz erhöhter politischer und medialer Aufmerksamkeit – noch weit entfernt ist.
Zwar sind laut (N)ONLINER Atlas 2009 knapp 70 Prozent der Deutschen online, aber für nur 26 Prozent der Bevölkerung sind die digitalen Medien fester Bestandteil des täglichen Lebens. Dass aber eine große Mehrheit der Deutschen nicht an den durch die digitalen Techniken eröffnenden Möglichkeiten partizipiert, zeigt erstmals die Studie „Digitale Gesellschaft in Deutschland – Sechs Nutzertypen im Vergleich“ der Initiative D21, für die TNS Infratest 1.014 Personen deutschlandweit befragt hat. Die Typologie zeigt auf, dass mit 35 Prozent digitalen Außenseitern und 30 Prozent Gelegenheitsnutzern eine deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung entweder gar nicht oder nur bedingt an einer digitalen Gesellschaft teilhat.
Wie hoch ist die Internetnutzung der Bevölkerung in Deutschland? Was denken die Bürgerinnen und Bürger über den Status quo der Internetbeteiligung? TNS Infratest hat im April 2009 im Auftrag der Initiative Internet erfahren eine Studie zur Wahrnehmung der Internetnutzung in Deutschland durchgeführt. Die Initiative wollte herausfinden, welche Bedeutung das Internet für das alltäglichen Leben der Menschen hat und welche Unterschiede es dabei in den Altersstufen gibt. Außerdem sollten Barrieren und Hilfen beim Zugang ins Netz ausgemacht werden. Die Initiative richtet ihre Maßnahmen zur Steigerung der Internetnutzung auch an diesen Ergebnissen aus.
Laut (N)ONLINER Atlas 2009 ist der Onliner-Anteil in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozentpunkte auf 69,1 Prozent deutlich gestiegen und weist damit die zweithöchste Steigerungsrate der letzten sechs Jahre auf. Gleichzeitig ist der Offliner-Anteil um 3,3 Prozentpunkte auf 26,6 Prozent gesunken. Mit 4,3 Prozent wollen 0,6 Prozent weniger Nutzungsplaner als im Vorjahr in den nächsten zwölf Monaten das Internet neu für sich entdecken.